Als Unternehmen bloggen?

Unnötiger Aufwand oder zeitgemäßes und unumgängliches Instrument in der Kommunikation des 3. Jahrtausends für Unternehmen? Noch immer spaltet das Thema „Bloggen“ die Geister. Auch wenn Onlinemarketing-Experten wie Kommunikationsberater gleichermaßen Unternehmen zum Blog raten, stößt das Thema in Chefetagen vielfach noch auf taube Ohren. Schade eigentlich.


Als Unternehmen bloggen: zwischen Unsicherheit und Ratlosigkeit

Zugegebenermaßen: Einen Blog im Unternehmen zu installieren bedeutet, sich Arbeit aufzuhalsen, die man in direktem Ertrag nur schwer messen kann. Aktuell muss der Blog sein, interessant geschrieben und das ganze am besten noch mit einer klaren Strategie im Hintergrund. Nur wie soll das gehen, wenn niemand im Hause Zeit, Nerven und Muße dafür hat? Alltagsstress lähmt Innovation.

Der Vergleich des Unternehmensblogs mit dem Hund in der Familie drängt sich auf: sieht schön aus, nice to have, aber wer will schon täglich drei Mal bei Wind und Wetter mit dem putzigen Tierchen vors Haus, wenn es eilt?

Der Unternehmensblog: was er kann!

Direkter Kundenkontakt im Netz wird zunehmend wichtiger. In Zeiten von Facebook, Twitter und Co ist dem Blog zwar schon mehrmals der nahende Exitus prognostiziert worden, Totgeglaubte leben aber scheinbar länger. Der Kundenkontakt, den man über einen gut gemachten Unternehmensblog herstellen kann, ist durch die 140 Zeichen auf Twitter nicht zu ersetzen. Wertvolle Infos, im flockigen Umgangston verpackt, sind vielen Onlinesurfern sympathischer als der oft sperrige und hölzerne Ton der Unternehmensseite.

Auf einem gut geschriebenen Unternehmensblog lassen sich Expertenwissen und Fachkompetenz hervorragend präsentieren. Produktbeschreibungen im Ton der selbst gemachten Erfahrung wirken authentischer und geben Produkt und Unternehmen einen zusätzlichen Touch. Platte Werbung wirkt bei aufgeschlossenen Kunden schon lange nicht mehr. Ein humorvoll und originell geschriebener Artikel hingegen kann den kritischen Geist mit Wohlwollen erfüllen.

Auf einem Unternehmensblog ist auch Platz für alternative Themen, die im Webauftritt selbst trotz hoher Themenrelevanz keinen Platz finden. Harte Infos gegen High-Interest-Themen. Ein Wellnesshotel, das auf seiner Seite den Auftrag hat Zimmer zu verkaufen, kann am Blog durchaus über den Massagekurs in einem westchinesischen Kloster, den der Masseur kürzlich besucht hat, berichten.

Auch aus Gründen der Suchmaschinenoptimierung sollte man einen Unternehmensblog in Erwägung ziehen. Google und Co lieben Blogs, sind sie doch im Normalfall aktuell und beinhalten, wenn professionell geschrieben, viele Infos die man sonst nirgends findet.

Was / Wer / Wie: Unternehmensblog richtig anpacken

Bevor man den Blog startet, sollte man sich im Klaren darüber sein, was man eigentlich damit erreichen will. Anschließend gilt es, eine Person im Unternehmen zu finden, die Spaß daran hat, einen Unternehmensblog aufzubauen. Lustlose Schreiberlinge werden selten bis nie etwas wirklich Brauchbares produzieren. Dringend klären sollte man auch, in welcher Art und Weise der Blog geführt wird. Ein Sportreisen-Veranstalter wird wohl andere Worte wählen als ein Studienreisenveranstalter. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Unternehmensleitung mit dem Geschriebenen zufrieden sein muss. Ansonsten wird es schnell zu Unstimmigkeiten zwischen Führung und ausführendem Mitarbeiter kommen. Unmut auf der einen und Frust auf der anderen Seite als Folge werden dem Blog schnell die Luft rauben.

Touristik und Bloggen

Je emotionsgeladener das Produkt, desto emotionaler sollte man das Produkt an den Kunden herantragen. Als Urlaubsmacher sollten wir daher die Chance beim Schopf packen und mit Tipps aus erster Hand vom Profi den Kunden auf unsere Seite bringen. Tipps, die er zu Land und Leute, zu einer Sehenswürdigkeit, dem perfekten Ort für den Sonnenuntergang oder das beste Restaurant einer Stadt sonst nirgends bekommt. Informationen, die über einen Katalogtext hinausgehen und Emotionen vermitteln. Wer es schafft sich zu differenzieren und Kompetenz zu zeigen, ist weniger vergleichbar mit der Konkurrenz.

Auch, wenn ein Unternehmensblog also durchaus eine Herausforderung an die Beteiligten darstellt: sein Wert ist unbestritten. Eine funktionierende Webseite stellt das Fundament im Online Marketing dar. Als Teil des Online-Marketingkonzepts ist ein Blog aber mittlerweile Standard.

0 Kommentare

*

Sicherheitsfrage * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.