Flat Design – im Spannungsfeld zwischen Funktionalität und Verkaufsemotion

Das Thema „Flat Design“ bewegt die Gemüter in der Webdesign-Szene. In den letzten Wochen diskutierten wir daher auch häufig mit Kunden, Partnern, Grafikern und Entwicklern über den noch recht jungen Designtrend. Während auf der einen Seite viele Layouts von Websites immer noch „flacher“ und – in gewisser Weise not gezwungen –  bunter werden, wird auf der anderen Seite schon wieder zurück gerudert. Der Vorwurf: Flat Design wirke zu kühl, zu bunt, zu flächig – die guten alten „Buttons“ hätten den Kunden besser geführt, vor allem zum Kauf- oder Buchungsabschluss.

 

Worum geht es? Der Gestaltungsstil des „Flat Design“ wurde vielen ja erst durch die neuen Oberflächen von IOS 7 und Windows 8 bewusst – Verbraucher können vermutlich gar nichts mit dem Bergriff anfangen. Funktionalität tritt beim Flat Design in den Vordergrund, verzichtet wird auf aufwändiges Layout mit Texturen, Strukturen, plastisch anmutenden Grafiken etc. Flat Design macht es somit ungemein einfacher, das Layout für unterschiedliche Ausgabegeräten „responsive“ (d.h. sich dynamisch an die Bildschirmauflösung des Anwenders anpassend) zu planen. Durch den Verzicht auf diverse grafische Elemente soll Flat Design auch zu optimierten Ladezeiten führen, was auch auch gut ist in Hinblick auf die wachsende Zahl der Smartphone-Nutzer.

 

Die Kritiker des Flat Design werfen diesem eine zu große „Versachlichung“ und „Ernüchterung“ des Layouts vor. Damit einher gehe ein zu großer „Emotionsverlust“ des Designs. Dieser Effekt würde sogar noch gesteigert durch die häufig zu findenden bunten Flächen, die als Ersatz für andere Grafiken eingesetzt werden.

 

Die Diskussion ist spannend und wird aus meiner Sicht auch immer weiter geführt werden. Es gilt grundsätzlich, dass Webdesign die Ziel- und Käufergruppen emotional ansprechen muss. Ein wesentliches Hilfsmittel sind passende Fotos. Aber auch das Grundlayout einer Seite mit ihren Grafiken soll so gestaltet sein, dass es emotional anspricht und Produkt und Marke optimal repräsentiert. In einem technischen Produkt-Umfeld sieht das dann ganz anders aus als in der Touristikbranche. Flat Design bringt viele sinnvolle Ansätze mit, es soll aber nicht mit aller Konsequenz werden. Zielführende Kompromisse sind gefragt. Sehr wichtig erscheint auch der Blick auf die Benutzerführung zum „Call to Action“. Dieser Aspekt muss beim Layouten berücksichtigt werden – damit am Ende der „Buchen“ Button nicht in bunten Flächen untergeht.

 

 

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