Flat Design – das Wesentliche im Blick

Flat Design am Beispiel von Microsoft 2014

Nach der Veröffentlichung von Windows 8 und des neuen IOS 7-Betriebssystems ist das „Flat Design“ in der breiten Masse angekommen. Designer und Webentwickler müssen sich mit den Konsequenzen für Design und Funktionalität auseinandersetzen.

Flat Design greift vieles auf, was in Ansätzen schon lange da war und nun konsequent umgesetzt wird: die Reduzierung auf Wesentliches – in Form, Inhalt und Funktion. Am „Anfang“ des Internets wurden bekanntlich zunächst Texte transportiert, direkt gefolgt von Bildern/Illustrationen. Mit der wachsenden Bandbreite und Geschwindigkeit und den schnellen Prozessoren der Endgeräte boten sich in der Folge neue Perspektiven für Layout und Funktionen. Über Jahre versuchten Designer und Entwickler die „realistische“ Welt in ihren Designs und Applikationen nachzuempfinden. Beispiele sind bestimmte Materialtexturen, wie die von Papier oder Leder, die man (immer noch) in der Gestaltungsoberfläche von Webseiten und Apps findet. Buttons wurden dreidimensional, erhielten Schatten und Glanzeffekte etc.

Beispiel Flat Design: Mircosoft Website

Bildquelle Screenshot: Microsoft

 

Damit scheint nun Schluss zu sein – der Weg geht in Richtung Fläche und sachlich-funktionaler Aufbereitung der Inhalte. Fotos füllen dabei die verfügbaren Flächen aus und nutzen die Auflösungen der Bildschirme auch in der Darstellungsqualität (Stichwort „Retina Display“) – allerdings nicht mehr eingebettet in verschnörkelte Rahmen etc. Flat Design ist somit auch nicht „unemotional“ – es nutzt vielmehr den gebotenen Raum so effizient wie möglich ohne ihn zu überfrachten.

 

Mit der Nachempfindung gewohnter Materialien und Haptiken wollte man den Zugang zur virtuellen Welt einfacher gestalten – das Virtuelle sollte greifbar, spürbar und somit vertrauter und auch gleichwertig sein. Doch „virtuell“ bleibt virtuell. Und nicht erst seit dem Durchbruch der mobilen Geräte wurde klar – es sinnvoll, eigene Weg in Hinsicht auf Gestaltung und Funktion zu gehen.  Flat Design verzichtet daher im Kern auf „überflüssige“ Grafiken und Immitationsversuche. Das kann dem Anwender viel nutzen und vor allem Zeit sparen.

 

Gespannt dürfen wir sein, wie Touristik-Websites und Portale Flat Design nutzen werden, wo bislang häufig noch viel Information auf wenig Platz untergebracht wird. Durch den steigenden Einsatz an mobilen Endgeräten – und damit einhergehend die Entwicklung des sog. „Responsive Designs“ – ist der Weg in Richtung Flat Design allerdings bereits vorgegeben. Eine mobile Version einer Website muss aus heutiger Sicht „flat“ gestaltet sein.

 

One Comment

  1. Schöne Zusammenfassung der jüngsten Designentwicklung, die nun tatsächlich überall sukzessive Einzug hält. Vor eins, zwei Jahren hätte ich noch vermutet, dass alle auf den (nun wohl abgefahrenen) Apple-Zug aufspringen und in Richtung metallischer, industrieller, durchaus moderner Oberflächen gehen. Farblicher Kahlschlag quasi.

    Flat Design zeigt sich als überaus geordnet und funktionell, durch Einbindung farbenfroher Bedienelemente aber dennoch verspielt und nicht allzu kühl. Interessant sind hierzu die aktuellen Versuche, das neue iOS7-Designkonzept im Microsoft Word nachzuahmen: http://weblogit.net/2013/10/22/apple-ios-7-design-mit-microsoft-word-nachgebaut-39083/

    Und das gar nicht mal so schlecht. 🙂

Kommentare sind geschlossen.