Web Analyse: Kennzahlen richtig lesen

Mehr oder minder jeder Webmaster und Seitenbetreiber hat Google Analytics, Piwik oder ein ähnliches Tool auf seiner Seite installiert. Hinzu kommen Ranking Tools, die die Position der Seite für verschiedene Suchbegriffe in den Suchmaschinen angeben, die Google Webmaster Tools und Google Adwords. Nach der Implementierung, die sehr schnell geht, der vielfach kostenfreien Tools, wissen viele allerdings nicht so richtig, was sie nun damit anfangen sollen. Eine schier unglaubliche Anzahl an Daten und Fakten werden geliefert, die Möglichkeiten scheinen auf den ersten Blick unbegrenzt. Wir möchten in diesem Artikel die wichtigsten Kennzahlen aus den Web Analytics für Touristiker kurz nennen.

 

Einige allgemeine Anmerkungen zu Web Analytics vorab:
Wichtig ist es, sich mit den Analysetools zu beschäftigen. Sie einzusetzen bringt erstmal gar nichts, wenn man die Zahlen nicht auswertet UND daraus Schlüsse und konkrete Handlungen ableitet. Aber Vorsicht: Analysetools sind Zeiträuber erster Güteklasse. Stundenlang darin zu versinken ist kein Problem und passiert recht schnell. Immer Freitagnachmittag sich mit Analytics zu beschäftigen und die wichtigsten Werte in einer Tabelle festzuhalten um die Entwicklung zu beobachten kann sich als guter Plan erweisen um einerseits nicht darauf zu vergessen und andererseits nicht unnötig Zeit zu vergeuden.


Google Analytics

 

Absprungrate und Besuchszeit:
Die Absprungrate gibt an, wieviele Besucher der Domain die Seite wieder verlassen ohne sich eine weitere Seite anzusehen. Die Absprungrate kann Hinweise darauf geben, ob der User mit dem Content, den er vorfindet, zufrieden ist oder nicht. Ist die Absprungrate zu hoch, sollte man sich Gedanken darüber machen ob Änderungen des Inhalts bzw. der Struktur und Navigation nötig sind.

Vorsicht aber: Bitte vergleichen Sie immer nur ähnliche Seiten miteinander. Eine Hotel-Detailseite hat zum Beispiel immer eine höhere Absprungrate als eine Seite mit verschiedenen Reisen im Überblick. Detailseiten sind im Grunde genommen Einbahnstraßen. Der Kunde kann sich hier nur Infos holen und buchen – oder eben die Seite wieder verlassen. Auf Übersichtseiten hingegen wird der Kunde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weiterklicken und sich zumindest eine Reise ansehen.

Neben der Absprungrate sollten Sie auch die Besuchszeit auf der Seite betrachten. Geringe Besuchszeit ist ein Indikator für schlechten Content. Auffällig hohe Besuchszeit kann das ebenfalls sein, bedeutet das doch nichts anderes als dass der Kunde nicht findet was er sucht. Auch hier kommt es natürlich auf die Art der Seite an.

Neben der Wichtigkeit für den User ist die Absprungrate immer mehr auch für Suchmaschinenoptimierung relevant. Google nimmt die Absprungrate zur Bewertung der Seitenqualität her. Wer hohe Absprungraten vorweist wird es auch in den Suchergebnissen in Zukunft schwer haben. Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Conversions:
Auch in Google Analytics sollte man, wie in Google Adwords, Conversions messen. Sie sollten sich gründlich überlegen, was ein „Ziel“ für Sie darstellt. Neben der direkten Buchung können auch andere Aktionen, die der User durchführt, ein Ziel sein. Anfrageformulare ausfüllen, Kataloge bestellen, Kontaktformulare downloaden etc. – Conversions können sehr breit gestreut sein. Je komplexer das Produkt sich darstellt, desto mehr Möglichkeiten sollte man dem Kunden zur Kontaktaufnahme bieten.

Conversions richtig zu messen und in weiterer Folge zu bewerten heißt auch zu wissen, wie viel eine Conversion wert ist. Wenn aus 10 Katalogbestellungen nachweislich 1 Buchung wird, dann sollten Sie das wissen. So kann jedem Besucher ein monetärer Wert hinterlegt werden. Das hilft ungemein, wenn man Werbung und Marketing messbar machen will.

Beliebteste Seiten:

Welches sind die beliebtesten Seiten Ihrer Domain? Nach welchem Content sucht der Kunde? Das Wissen darüber, was ein User auf einer Seite sucht, hilft dabei, die richtige Struktur zu erstellen. Sind Kreuzfahrten für Ihren User relevant, sollten diese auch prominent auf der Seite dargestellt werden. Natürlich werden die beliebtesten Seiten auch davon beeinflusst, wie Sie über verschiedene Kanäle von außen den User auf die Seite führen – bitte dies immer berücksichtigen.

Besucherquellen:

Woher kommen meine Kunden? Bei den meisten Seiten kommt der Großteil der Besucher über Suchmaschinen. Die zwei Möglichkeiten Google Adwords und „organische Suche“ sind nicht nur quantitativ die wichtigsten Trafficlieferanten, sondern bringen auch qualitativ die hochwertigsten User. Wer Google für eine Suche nutz, hat auch ein Bedürfnis. Wird Ihre Seite gefunden, bekommen Sie die Möglichkeit, dieses Bedürfnis zu erfüllen. Sie sollten die Suchbegriffe, für die Sie im Suchergebnis erscheinen, genau auswerten. Sind wichtige Keywords nicht mit dabei, besteht Handlungsbedarf! Es nutzt nichts, wenn man bei den falschen Suchbegriffen im Ergebnis gelistet wird.

Je bekannter eine Marke, desto mehr Besucher kommen auch über andere Kanäle. Es gibt Seiten, die ihre Besucher zum allergrößten Teil aus direkter Eingabe des Domainnamens in den Browser erzielen. Oder man findet Sie über die Eingabe Ihres Markennamens in Suchmaschinen. Trifft das bei Ihnen zu – Glückwunsch! Sie spielen in der Oberliga mit.

Die dritte Variante, um an den User zu kommen, sind Verweise. Neben Bannern können das auch „natürliche Links“von anderen Seiten sein. Im Normalfall liefert dieser Teil die geringste Anzahl an Besuchern. Vernachlässigen Sie ihn aber nicht! Wenn Sie Traffic über relevante andere Seiten erhalten, kann dieser sehr wertvoll sein.

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